10 Tricks, kein Alltag. Wahre Erziehung vs. Hunde-Bubble

Warum sozialverträglicher Gehorsam mehr wert ist als jede Trick-Choreografie – und was es braucht, ihn wirklich aufzubauen Die Bubble Scroll mal durch Instagram oder TikTok. Was siehst du? Hunde, die Slalom durch Beine laufen, sich verneigen, Bierdosen aus dem Kühlschrank holen, mit Küchenkellen Goodies werfen oder auf Kommando in einen Karton springen. Dazu strahlende Halter […]

Der Spielautomat an der Leine

Hunde, die betteln, bellen, hochspringen oder zerren, haben oft eines gemeinsam: Irgendwann hat es funktioniert. Nicht immer. Aber manchmal. Und dieses ‚Manchmal‘ reicht.

Willkommen in der Welt der intermittierenden Verstärkung. Dem mächtigsten, gefährlichsten und möglicherweise am meisten missverstandenen Konzept im Hundetraining.

Die 8 häufigsten Beschwerden von Hunden über ihre Menschen

Falls Hunde Beschwerden schreiben könnten, wäre meine Inbox überfüllt.

«Hej Marc, mein Mensch benötigt dringend Nachhilfe. Er versteht meine Signale nicht, ignoriert klare Kommunikation und ist völlig inkonsistent in seinem Verhalten. Ich habe bereits mehrfach versucht, ihm wenigstens die Grundlagen beizubringen, aber er lernt einfach nicht dazu. Kannst du helfen?»

Warum ich zu dir nach Hause komme

Die meisten Hundetrainer arbeiten auf dem Hundeplatz. Neutraler Boden, kontrollierte Umgebung, alles schön übersichtlich. Praktisch für den Trainer, praktisch für die Gruppe, praktisch für die Abrechnung.

Ich mache es anders. Ich mache Hundetraining zuhause.

Ich komme zu dir nach Hause.

Ein «Nein» ist keine Gewalt

Erziehung darf nur aus positiver Verstärkung bestehen. Ein «Nein» ist Gewalt. Grenzen setzen ist Unterdrückung. Diese Überzeugung hat sich in den letzten Jahren in grossen Teilen der Hundeszene durchgesetzt. Sie trotzdem falsch. Und schädlich für die Hunde…

Sei wer, tu weniger

Die Hundeerziehung ist voller Aktionismus. Mehr trainieren. Mehr Kommandos. Mehr Beschäftigung. Mehr Konsequenz. Mehr, mehr, mehr.

Und trotzdem wird es nicht besser.

Vielleicht liegt das Problem nicht im «zu wenig tun». Vielleicht liegt es im «zu viel tun».

Dein Hund liest dich besser als du dich selbst

Stimmungsübertragung kennen die meisten in eine Richtung: Mensch auf Hund. Du bist gestresst, dein Hund wird nervös. Du bist entspannt, dein Hund auch. Darüber schreibe ich hier ab und zu mal.

Aber die andere Richtung wird oft übersehen: Hund auf Mensch.

Nimmt dein Hund dich ernst?

Das ist die Frage, die sich niemand stellen will. Aber sie ist wichtiger als alle anderen.

«Dich ernst nehmen» bedeutet: Dein Hund hält deine Signale für relevant. Deine Entscheidungen für verlässlich. Deine Anwesenheit für bedeutsam.

Wenn dein Hund dich ernst nimmt, schaut er zu dir, bevor er handelt. Er wartet auf deine Rückmeldung in unsicheren Situationen. Er akzeptiert deine Grenzen, nicht weil er Angst hat, sondern weil sie für ihn Sinn ergeben.

Dialog.Check – Ein Beispiel aus der Praxis

Nina hat schon einiges ausprobiert, bevor sie mich findet. Vor dem Dialog.Check hat sie bereits eine Hundeschule besucht, Videos geschaut, Bücher gelesen und Tipps aus Foren ausprobiert. Ihr Mischlings-Rüde Flo, vier Jahre alt, reagiert auf andere Hunde an der Leine heftig: Bellen, Zerren sind Standard-Verhalten. Nina weiss nicht mehr weiter. «Ich mache irgendetwas falsch», schreibt sie im Vorab-Fragebogen. «Aber ich weiss nicht was.»

Wissen ist nicht Können

«Hundehalter wissen heute mehr als früher. Aber sie können nicht mehr als früher.» Sagte Michael Grewe im Canis-Podcast. Ich habe diesen Satz gehört und musste kurz innehalten. Nicht weil er neu ist. Sondern weil er so präzise beschreibt, was ich täglich sehe. Die bestinformierte Generation aller Zeiten Noch nie hatten Hundehalter Zugang zu so viel […]