Warum ich zuerst hinschaue, statt Übungen zu verteilen
Es geht nicht darum, deinen Hund zu verändern. Sondern dich handlungsfähig zu machen.
Keine Kommandos. Keine Leckerli-Tricks.
Nur ehrliche Arbeit an der Beziehung.
Ich sage nichts über deinen Hund, bevor ich ihn gesehen habe
Wenn du mir am Telefon oder im Zoom-Call erzählst, dass dein Hund an der Leine pöbelt, könnte ich dir sofort erklären, woran das liegt.
Ich tue es nicht. Weil ich es nicht weiss.
Vielleicht will er zum anderen Hund. Vielleicht hat es sich seit drei Jahren gelohnt, weil er immer irgendwie vorwärtskommt. Vielleicht ist er unsicher. Vielleicht bleibst du eine halbe Sekunde vorher stehen, und er reagiert auf dich statt auf den anderen Hund. Vielleicht mehreres davon gleichzeitig.
Welche Erklärung stimmt, sehe ich erst, wenn ich euch gesehen habe. Nicht über Video – dafür sind die entscheidenden Zeichen zu fein. Sondern draussen, in der Situation, aus einer Distanz, in der ich beide beobachten kann.
Deshalb beginnt jede Zusammenarbeit mit Hinschauen. Nicht mit einer Diagnose.
Worauf meine Arbeit aufbaut
Der Hund ist selten allein das Problem – aber immer der ehrlichste Hinweis
Dein Hund tut nichts, um dich zu ärgern. Er tut, was sich für ihn in diesem Moment lohnt oder richtig anfühlt.
Das heisst nicht, dass immer du der Grund bist. Manchmal ist es Lernhistorie. Manchmal Erregung. Manchmal etwas Körperliches, das eine Tierärztin anschauen sollte.
Was aber fast immer stimmt: Sein Verhalten ist eine ehrliche Rückmeldung über die Situation – und du bist Teil dieser Situation. Genau deshalb schaue ich auf euch beide.
Führung heisst: Du weisst, was du tust – bevor die Situation da ist
Die meisten Halterinnen entscheiden im Moment der Begegnung. Ausweichen oder durchgehen? Kürzer nehmen oder locker lassen? Ansprechen oder ignorieren?
Wer im Moment entscheidet, entscheidet zu spät. Der Hund hat die Unsicherheit längst mitbekommen.
Führung heisst deshalb nicht lauter, fester oder strenger. Es heisst: Du hast vorher entschieden, was passiert. Dein Hund merkt den Unterschied – oft schneller, als du denkst.
Verstehen kommt vor Üben. Immer.
Übungen wirken, wenn sie zum Problem passen. Wenn nicht, übst du möglicherweise monatelang gegen etwas an, das gar nicht der Grund war.
Deshalb kommt bei mir erst das Hinschauen, dann die Einschätzung, dann der Plan. In dieser Reihenfolge.
In der Praxis: dein Hund pöbelt an der Leine
Was klassisches Training oft sagt
«Übe Leinenführigkeit. Belohne, wenn er nicht zieht. Ignoriere, wenn er zieht.»
Das kann funktionieren. Aber es setzt voraus, dass man schon weiss, warum er zieht. Und genau das weiss meistens niemand.
Was ich stattdessen mache
Ich schaue mir eine echte Begegnung an. Und stelle mir dabei ungefähr diese Fragen:
- Wann sieht dein Hund den anderen? Wann siehst du ihn?
- Was passiert in den Sekunden dazwischen – bei ihm und bei dir?
- Auf welche Distanz kippt es? Ist die Distanz immer gleich?
- Reagiert er auf den anderen Hund – oder auf deine Reaktion darauf?
- Was tust du, wenn es losgeht? Und wirkt das?
- Wie sieht es aus, wenn es gut läuft? Was ist da anders?
Und dann?
Dann sage ich dir, was ich gesehen habe. In beobachtbaren Begriffen, nicht in Deutungen.
Zum Beispiel: «Du hast ihn 15 Sekunden vor ihm gesehen. In diesen 15 Sekunden bist du langsamer geworden und hast die Leine kürzer genommen. Er hat auf dein Stoppen reagiert, bevor er den anderen Hund überhaupt fixiert hat.»
Daraus wird der Plan. Nicht umgekehrt.
Was du bei mir bekommst
✅ Beobachtung vor Bewertung Ich schaue zuerst. Ich sage dir, was ich sehe – auch wenn es unbequem ist.
✅ Erklärungen statt Anweisungen Kein «üb das halt mal». Du verstehst, warum etwas passiert, und kannst es anpassen, wenn sich etwas ändert.
✅ Einen schriftlichen Plan Nach jeder Einheit: was genau, wie und warum.
✅ Blick auf euch beide Ich bin Hundetrainer und Coach. Das heisst: Ich sehe auch, was du in der Situation machst – und kann es dir so erklären, dass du es ändern kannst.
✅ Arbeit im echten Alltag Kein Trainingsplatz. Dort, wo es passiert: bei dir zuhause, im Quartier, auf deinem Spazierweg.
✅ Kein Paketzwang Du buchst, wenn du willst. Eine Stunde oder zwanzig.
Das bekommst du nicht
❌ Keine Ferndiagnose Ich sage dir nicht am Telefon, woran es liegt. Ich weiss es dann nämlich nicht.
❌ Keine Quick Fixes Nach 90 Minuten ist nicht alles gut. Nach 90 Minuten weisst du, woran ihr seid.
❌ Keine Verhaltenstherapie Bei ernsthafter Aggression, nach einem Beissvorfall oder bei starker Angst bin ich der Falsche. Dann empfehle ich dir eine Spezialistin.
❌ Keine Standardprogramme Jedes Team ist anders. Ich habe keinen Kursplan, den ich abarbeite.
❌ Keine Beschönigung Wenn ich denke, dass etwas nicht funktioniert, sage ich es. Auch wenn du es lieber anders hören würdest.
Und wie viel «Coaching» ist da jetzt drin?
Berechtigte Frage. Das Wort ist verbrannt, und ich verstehe, wenn du skeptisch bist.
Die meisten Themen lösen sich auf der konkreten Ebene. Timing, Abstand, Leinenführung, wann du reagierst und wie. Da fangen wir an, und da bleiben die meisten.
Manchmal zeigt sich dabei ein Muster, das älter ist als dein Hund. Dass du in Konflikten grundsätzlich eher ausweichst, zum Beispiel. Wenn du dann weitergehen willst, kann ich dich dabei begleiten – dafür bin ich ausgebildet.
Musst du aber nicht. Und ich fange nicht damit an. Du kommst wegen deines Hundes, nicht wegen deiner Biografie.
Was ich nicht mache: dir erklären, dass dein Hund pöbelt, weil du im Job keine Grenzen setzt. Solche Sätze klingen möglicherweise tiefsinnig, sind aber meistens einfach nur unbelegt.
Klingt stimmig?
Dann lass uns reden. 30 Minuten, kostenlos, per Zoom. Du erzählst mir eure Situation, ich sage dir ehrlich, ob ich der Richtige bin.
Klingt nach zu viel?
Dann bin ich vielleicht nicht der Richtige – und das ist völlig in Ordnung. Wenn du in erster Linie Grundsignale aufbauen willst, ist eine gute Hundeschule günstiger und passender. Ich sage dir das lieber jetzt als nach 150 Franken.
