Warum dein Hund immer noch zieht– obwohl du so viel trainierst

Über fehlende Ziele, sinnlose Pläne und das Handwerk, das (fast) niemand lehrt

Du trainierst. Regelmässig. Du bist dabei, wenn andere schon aufgehört haben. Du liest, du schaust Videos, du fragst nach. Du konsumierst alles, was du über Hundetraining auftreiben kannst. Und trotzdem: Er zieht noch. Oder er kommt immer noch nicht, wenn es darauf ankommt. Oder irgendetwas – irgendetwas – funktioniert einfach nicht so, wie du es dir vorstellst.

Ich sage dir etwas, das ich in fast jedem Erstgespräch sage: Das liegt meistens nicht am Hund. Und es liegt nicht an mangelnder Motivation. Es liegt an deinem Hundetraining: Dass du trainierst – aber ohne Ziel. Und ohne Plan.

Wer nicht weiss, wohin er will, kann nicht wissen, wann er ankommt.

Das Problem hat einen Namen –
und er heisst nicht «Hund»

Lass mich ein Bild zeichnen. Du nimmst dir vor, mit deinem Hund an der Leinenführigkeit zu arbeiten. Du weisst: Er zieht. Du willst, dass er das lässt. Also trainierst du.

Aber was genau trainierst du? In welcher Situation? Wie weit? Woran erkennst du, dass es besser wird? Bis wann? Was ist «gut genug»?

Die meisten Hundehalter können diese Fragen nicht beantworten. Nicht weil sie nicht nachgedacht hätten – sondern weil niemand ihnen erklärt hat, dass sie diese Fragen beantworten müssen. Bevor das erste Training beginnt.

Ohne diese Antworten trainierst du ins Leere. Du investierst Zeit, Energie, Nerven. Aber du weisst nicht, ob du dem Ziel näher kommst – weil du kein Ziel hast.

Das machen wir Menschen übrigens genauso

Du kennst bestimmt das Januarphänomen: «Ich mache jetzt mehr Sport.» Drei Wochen später ist das Abo noch aktiv, aber der Turnschuh hat mehr Staub als Kilometer gesehen. Nicht weil die Person faul ist. Sondern weil «mehr Sport» kein Ziel ist. Es ist ein Wunsch. Wünsche sind schön. Aber trainieren lässt sich damit niemand.

«Mein Hund soll nicht mehr ziehen» ist dasselbe. Es klingt nach einem Ziel. Es ist aber keins. Es ist ein Wunsch – mit negativer Formulierung.

Ein Ziel klingt anders: «Mein Hund läuft in 8 Wochen auf bekannten Strecken 10 Minuten locker an der Leine, ohne dass ich gegensteuern muss.» Das ist ein Ziel. Es ist messbar. Es hat einen Kontext. Es hat einen Zeitrahmen. Und vor allem: Man weiss, wann man angekommen ist.

Die 5 Fragen, die aus einem Wunsch ein Ziel machen:

  • Was genau soll der Hund tun?
  • In welcher Situation / Umgebung?
  • Wie lange / wie oft / wie weit?
  • Woran erkenne ich, dass es klappt?
  • Bis wann?

Und dann? Dann braucht es einen Plan.

Ziele ohne Plan sind Vorsätze mit Ablaufdatum. Das Ziel sagt dir, wohin du willst. Der Plan sagt dir, wie du dorthin kommst.

Ein Trainingsplan muss nicht kompliziert sein. Er braucht: das Ziel, die Ausgangssituation, drei bis fünf konkrete Schritte, ein Kriterium pro Schritt – und einen Zeitrahmen. Das passt auf eine Seite. Handschriftlich ist vollkommen in Ordnung.

Was er nicht braucht: Perfektion. Der einzige Trainingsplan, der etwas taugt, ist der, den du wirklich nutzt. Nicht der schönste. Nicht der vollständigste. Der benutzte.

Plan anpassen ist kein Scheitern. Es ist ein Zeichen, dass du hinschaust.

Warum das (fast) niemand lehrt

Ich frage mich das selbst manchmal. In der Hundewelt wird viel über Methoden geredet. Positive Verstärkung gegen Aversives. Clicker gegen Lob. Geschirr gegen Halsband. Die Methodendiskussion hat fast religiöse Züge angenommen.

Was dabei untergeht: das Handwerk. Die Frage, wie man ein Ziel formuliert. Wie man einen Plan aufbaut. Wie man Fortschritt messen kann. Wie man weiss, wann man einen Schritt zu früh gegangen ist.

Das sind keine glamourösen Themen. Sie verkaufen sich schlechter als Tricks und schnelle Lösungen. Aber sie sind das Fundament – für jede Methode, für jeden Hund, für jede Situation.

Wer das Handwerk kennt, trainiert besser. Konsistenter. Fairer. Und vor allem: mit mehr Freude – weil er sieht, dass es funktioniert.

Was das mit dir zu tun hat

Wenn du das hier liest und nickst – dann kennst du das Gefühl. Das Drehen im Kreis. Die Frustration, die sich irgendwie gegen den Hund wendet, obwohl du weisst, dass er nichts dafür kann.

Das ist keine Charakterfrage. Das ist ein Werkzeug, das fehlt. Und Werkzeuge kann man lernen.

Ich habe einen zweiteiligen Online-Workshop entwickelt, der genau das adressiert: Wie formulierst du ein Trainingsziel, das wirklich taugt? Und wie baust du daraus einen Plan, den du morgen schon verwenden kannst?

Keine Tricks. Kein Schnelldurchlauf. Echte Arbeit – an deinem Hund, deiner Situation, deinem nächsten Ziel.

Und dein Hund?

Der zieht vielleicht noch. Heute. Aber nicht wegen mangelnder Liebe oder mangelnder Mühe. Sondern weil er von dir ein klares Signal braucht – und das fängt damit an, dass du weisst, wohin du mit ihm willst.

Ein gutes Ziel. Ein einfacher Plan. Und dann: trainieren.

Workshop:
«Hundetraining ohne Ziel und Plan ist für die Katz»

2 Abende | Online via Zoom | Max. 12 Teilnehmer | CHF 98

Nächste Durchführung 19./26. August 2026

Info & Anmeldung

Marc von Ah, Hundetrainer & Coach, Dialog.Hund

Marc von Ah

Marc ist der Gründer von Dialog.Hund und vereint auf einzigartige Weise die Expertise eines ausgebildeten Hundetrainers mit der eines erfahrenen Menschencoaches.

Sein Ansatz stellt bewusst den Menschen in den Mittelpunkt, denn nachhaltige Veränderung entsteht dort, wo die Leine beginnt: bei Haltung, Selbstführung und innerer Klarheit des Halters. Statt auf standardisiertes Training setzt er auf massgeschneiderte Einzelcoachings im Alltag seiner Kunden – denn hier zeigen sich die echten Herausforderungen und hier entstehen die wirksamsten Lösungen. Seine Arbeit zielt auf mehr als Gehorsam; sie fördert Resilienz, Führungskompetenz und eine tiefe, tragfähige Partnerschaft zwischen Mensch und Hund. 

Mit diesem Fokus spricht Marc anspruchsvolle Klienten an, die effiziente, alltagstaugliche und persönliche Begleitung suchen.

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